Mit einer Verdoppelung des Programmangebots und der Ausweitung auf das gesamte Rhein-Main-Gebiet wollen die Veranstalter des Licht- und Kultur-Spektakels Luminale vom 22. bis 27. April Hunderttausende Zuschauer anlocken. Beleuchtet werden Hochhäuser, Kirchen, Parks und Museen.
Die diesjährige Luminale werde eine Lichtshow der Superlative, versprach Helmut Bien, Leiter des Organisationsbüros, gestern in Frankfurt. Er schätzt den Finanzaufwand bei Teilnehmern, Sponsoren und Firmen auf rund sechs Millionen Euro. Von 176 Aktionsschauplätzen liegen 132 in Frankfurt, die übrigen verteilen sich auf Offenbach, Darmstadt, Rüsselsheim, Mainz, Wiesbaden und den Rheingau. Über 100 Veranstaltungen wie Vernissagen, Partys und Führungen runden das Angebot ab.
Laut Bien hat sich die Luminale zu einem international anerkannten Licht-Kultur-Festival entwickelt, das es in keiner anderen deutschen Großstadt oder Region in dieser Form gebe. Die Luminale findet gleichzeitig mit der Frankfurter Messe "Light + Building" statt, der größten Licht- und Architekturmesse weltweit, zu der Designer, Lichtkünstler und Gebäude-Lichtplaner kommen. Diese Messe gibt es seit dem Jahr 2000 in Frankfurt. Sie gab den Anstoß für die Luminale, die jetzt in dritter Auflage präsentiert wird. Bei ihrer Premiere 2002 hatte es nur 52 Schauprojekte geben und 2004 waren es bereits 80.
Um die Mobilität der Besucher zu sichern, werden in Mainz und Frankfurt Busse eingesetzt, die zwischen den verschiedenen Licht-Schauplätzen pendeln. In Frankfurt verkehrt zudem ein Schiff zwischen dem West- und dem Osthafen. Das größte Angebot gibt es weiterhin in der Mainmetropole. Wiesbaden und Mainz folgen mit je 25 Lichtprojekten. Je ein halbes Dutzend Schauplätze gibt es in Offenbach, Darmstadt und Rüsselsheim sowie zwei im Rheingau. In Wiesbaden (27. bis 29. April) beschränkt sich der Veranstaltungsort allerdings auf Lichteffekte am Kurhaus und im Kurpark, wo man zudem nur gegen sechs Euro Eintritt die Installationen, Performances sowie Theater- und Tanzinszenierungen ansehen kann (wie berichtet). Das Kurhaus, der Deutsche Designer Club und die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen laden ferner für 15 Euro zu einer Party ein. Bei diesem Preis ist der Besuch des "Parks der Geschichten" inklusive. Der Frankfurter Cocoon Club sorgt für die passende Party-Stimmung. Im Rheingau wird Schloss Vollrads am 25. und 26. April mit Lichtdesign großflächig in Szene gesetzt. In Eltville-Hattenheim zeigt die Luminale eine begehbare Objekt-Licht-Installation im Kunstkeller des Weinguts Georg-Müller-Stiftung.
In Mainz gehört der Dom bei der Lichtschau ebenso dazu, wie die Theodor-Heuss-Brücke über den Rhein oder der Zoll- und Binnenhafen mit seinen Containerstapeln. Dort werden bunt beleuchtete Kräne ein "Ballett der Laufkatzen" zeigen. In Offenbach wird das Hafenareal zum Luminale-Schauplatz, in Rüsselsheim stehen die Opel-Villen im Mittelpunkt und in Darmstadt am 22. April die Mathildenhöhe mit ihrer Jugendstil-Kolonie. Von den Frankfurter Hochhäusern werden sechs für die Luminale beleuchtet. Insgesamt beteiligen sich laut Veranstalter im Rhein-Main-Gebiet 14 Hochschulen und 15 Museen an der Luminale. Auch jeweils zwei Parkhäuser, Bahnhöfe und Kliniken stehen als beleuchtete Kunstwerke im Programmheft. Zu den acht Veranstaltungsorten im öffentlichen Straßenraum gehört unter anderem in Frankfurt der Platz vor der Börse, die Hauptwache und die Kaiserstraße sowie in Mainz der Domplatz.
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