Einige Eltviller Wähler mussten sich gestern beim Kreuzchenmachen auf kleinere Wartezeiten einstellen. Gleich vier Wahlzettel mussten ausgefüllt werden. Da schaute so mancher leicht gequält drein, als er mit den vielen Unterlagen in der Kabine saß.
Im Stadtteil Hattenheim blieben die Urnengänger aber trotz kleinerer Wartezeiten ziemlich gelassen. "Jeder braucht so im Schnitt fünf Minuten bis alles ausgefüllt ist", berichtete Wahlvorsteher Harald Berg. "Die Leute wissen aber mittlerweile sehr gut Bescheid. Fast jeder hatte vorher schon einen Musterzettel in der Hand", erklärte er. Hattenheim sei mit insgesamt 1500 Wahlberechtigten der größte Wahlkreis in ganz Eltville. "Das Auszählen wird also ziemlich lange dauern", prognostizierte Andrea Kremer, die stellvertretende Wahlvorsteherin. Das Trendergebnis für die Wahl zur Stadtversammlung und den Kreistag werde wohl leider erst am Dienstag aussagekräftig sein. "Ich denke, dass gerade mal ein Viertel der Wähler wie bisher nur eine Liste ankreuzen", erklärte sie: "Alle anderen werden kumulieren und panaschieren".
Keine Probleme mit dem Andrang hatten die Wähler dagegen zur Mittagszeit in der Kernstadt im Wahllokal in der Taunusstraße. Im Gebäude des Bauamts tröpfelten nur sporadisch einzelne Urnengänger ein. "Die Wahl an sich dauert zwar sehr lange, aber für mich ist das kein Problem", meinte Alfred Fassbinder. "Ich habe nicht kumuliert oder panaschiert. Dazu hatte ich keine Veranlassung", erklärte der rüstige Rentner, der vor dem Wahlgang mit dem Mountain-Bike eine Runde im Taunus gedreht hatte. Auch Klaus Funke findet die Kommunalwahl aufwendig, aber er begrüßt die Möglichkeit einzelnen Politikern mehr Stimmen zu geben. "Ich kenne einige Leute und gehe überwiegend nach Sympathie", meinte er. Auch die beiden Jungwähler Valentin und Johannes Schmitt haben zunächst einmal die Wahlzettel nach bekannten Namen durchsucht. "Ich hatte durch den Politik- und Wirtschaftsunterricht schon einiges über die Kommunalwahl erfahren", sagte Valentin. Bei der Bürgermeisterwahl erwartet er ein knappes Rennen: "Es wird wohl auf eine Stichwahl hinauslaufen." Auch sein Bruder Johannes, der in Mainz Volkswirtschaft studiert, konnte da nur zustimmen.
Im Stadtteil Martinsthal hielt sich der Andrang am frühen Nachmittag ebenfalls in Grenzen. Im Vereinshaus in der Schiersteiner Straße war es verhältnismäßig ruhig als Alfred und Heike Kopp ihre Stimme abgaben. "Das ist ganz schön kompliziert", bekannten sie. Christian Gebhardt bemerkte nach dem Wahlgang kritisch: "Es ist ein hoher Aufwand. Ich weiß nicht, ob sich das Panaschieren unbedingt lohnt. Viele werden sicher die Liste ankreuzen." Auch Dieter und Manuela Essenburger folgten diesem Beispiel. "Wir haben nur eine Liste angekreuzt, weil wir viele der Bewerber, etwa für den Kreistag, gar nicht kennen."
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