"Wenn das Wetter mit knackigem Nachtfrost und leichten Plusgraden am Tag so bleibt, wird es für das Wochenende ganz schlecht." Alexander Grautegein, beim Wiesbadener Sportamt für die Fußballplätze zuständig, sieht nach derzeitigem Stand wenig Chancen für die Durchführung der angesetzten Punktspiele auf Naturrasen- und Hartplatzfeldern - die Spielplan-Lage wird langsam bedenklich.
Morgen Vormittag will er in Absprache mit dem Wiesbadener Kreisfußballwart Helmut Herrmann darüber befinden, ob die bis zu diesem Tag geltende eingeschränkte Sperrung der Hartplätze und die generelle Sperrung der Naturrasen aufgehoben oder verlängert wird. Momentan gilt folgende Hartplatz-Reglung: Wird die Oberschicht - je nach geografischer Lage in Wiesbaden und den Vororten - zum Abend hin wieder fest, darf trainiert, in Abstimmung mit Platzbesichtigern und mit dem Segen des Schiedsrichters sogar gespielt werden. "Das erfordert aber hohes Vertrauen und Verantwortungsbewusstsein seitens der Vereine", sagt Grautegein.
Bezirksligist FC Naurod, der heute gegen Niedernhausen und am Sonntag gegen Delkenheim kicken soll, hält sich daran. FCN-Sprecher Eduard Schreiner sagt: "Heute gegen Niedernhausen ist fest von einer Absage auszugehen. Ansonsten machen wir uns den Platz kaputt, und ich habe selbst für den Sonntag Bedenken. Dann würden wir zur wärmsten Zeit spielen, was angesichts der tagsüber angetauten Decke ebenfalls schwere Schäden nach sich ziehen könnte." Das heutige Bezirksliga-Duell Kastel 06 gegen Dotzheim findet dagegen wohl statt - die 06er sind Eigener des dortigen Rasenfeldes.
Zu einer vorsichtigen Haltung ist indes allen Hartplatznutzern anzuraten, schließlich hat die Stadt Wiesbaden bei der im Internet einsehbaren Regelung folgenden Passus vermerkt: "Wenn der Rotgrundbelag hart ist, dürfen Plätze in Eigenverantwortung genutzt werden. Wenn Vereine durch die Nutzung Trittspuren und Löcher verursachen, werden sie in Regress genommen und für die entstehenden Kosten zur Zahlung gebeten." Der stellvertretende Fußballwart Karl-Heinz Börner findet: "Das ist Blödsinn. Man kann nicht die Vereine in die Pflicht nehmen. Dann soll man lieber ganz sperren."
Alexander Grautegein entgegnet: "Die Plätze stellen hohe Werte dar." Er verweist in diesem Zusammenhang auf den kleinen Platz der Sportanlage Rheinhöhe, der im vergangenen Jahr saniert worden war. Hobbyspieler sind über den Zaun geklettert und haben das Spielfeld beim Freizeitkick offenbar arg ramponiert.
Davon abgesehen ist für den offiziellen Spielbetrieb nicht mit einer erneuten hessenweiten Stilllegung zu rechnen. Rheingau-Taunus-Fußballwart Gerhard Rüppel mahnt aufgrund der zunehmenden Termin-Enge: "Wir können jetzt auch auf eine mögliche Wettbewerbsverzerrung durch schiefe Tabellenbilder keine Rücksicht mehr nehmen. Jedes Spiel, das stattfindet, hilft weiter." Wobei in seinem Fußballkreis - mit Blick auf die Sportplätze in Hattenheim und Rüdesheim - noch die Komponente Rhein-Hochwasser hinzukommt.
Aus allem leitet sich folgende Wochenend-Prognose ab: Auf Kunstrasen kann generell gekickt werden, auf Hart- und Rasenplätzen überwiegend nicht - alle Angaben ohne Gewähr.
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