Die von der SPD nominierte Bürgermeister-Kandidatin Wendy Penk hat mit dem Aufstellen von Plakaten gewartet, bis Fastnacht vorbei war. Beim närrischen Treiben, so mussten nämlich schon viele Wahlkämpfer feststellen, sind die Bilder der Kandidaten ein beliebtes Ziel für allerlei Scherze und Verunstaltungen. Diese Erfahrung kann aber Patrick Kunkel, der von der CDU als Bewerber für die Wahl am 26. März aufgestellt wurde, nicht bestätigen. Er hat schon Mitte Februar mit dem Plakatieren angefangen und ist froh darüber, dass es kaum Beschädigungen gab. Vor kurzem hat er mit Helfern der Jungen Union die Werbefläche an der Bushaltestelle am alten Sportplatz belegt und seinen Slogan "Mehr Profil für Eltville" ins rechte Licht gerückt.
Der mittlerweile parteilose Stadtrat Heinz Frankenbach der "Aus Liebe zu Eltville" das Rathaus erobern will, steigt jetzt ebenfalls verstärkt in den Plakat-Wahlkampf ein. 60 Plakatständer stellen er und sein "Kompetenzteam" im Stadtgebiet auf. Unterstützt werde er dabei auch von seinem Schulfreund Karl Graf zu Eltz, der sich als sein PR-Berater engagiere. Mit den Bürgern ins Gespräch kommen will der 58-jährige Vorsitzende des Verkehrsvereins an den kommenden Samstagen jeweils um 9.30 Uhr, zuerst in Martinsthal, dann in Hattenheim, Rauenthal und am 25. März in Erbach sowie an jedem Samstag um 11 Uhr in der Eltviller Fußgängerzone. Seine Mitbewerber hätten mehr Zeit für den Wahlkampf als er, sagt der Hotelier.
Die 52-jährige SPD-Vorsitzende Penk hat mit ihrem Wahlkampfteam in Erbach mit 40 Plakaten angefangen. "Die Stadt soll aber nicht zugepflastert werden", sagt sie. Täglich ist die Kandidatin zu Hausbesuchen unterwegs. An rund 100 Haustüren pro Tag klingelt sie, um sich kurz vorzustellen. Die Menschen seien meistens freundlich und aufgeschlossen. Donnerstags wirbt Wendy Penk, die sich um ein "Miteinander für Eltville" bemüht und ihre politischen Ziele auch auf ihrer Homepage (www.wendy-penk.de) beschreibt, auf dem Wochenmarkt um Stimmen. Am kommenden Sonntag lädt sie mit der SPD-Landtagsabgeordneten Christel Hoffmann zu einer Schifffahrt rund um die Mariannenaue ein. Unter anderem sind noch eine Veranstaltung in der Hattenheim Burg und eine Weinwanderung geplant.
Wahlkampf-Tagebuch führt CDU-Vorsitzender Patrick Kunkel auf seiner Homepage (www. patrickkunkel.de). Ein Schwerpunkt seiner Aktivitäten sind Besuche bei Gewerbetreibenden. "Ich lade nicht in große Hallen ein, sondern will mit den Leuten direkt ins Gespräch kommen", sagt der 41-Jährige. Diese Gelegenheiten suchte er schon früh morgens vor Bäckereien, beim Verteilen von Rosen am Valentinstag oder gegenwärtig bei Gesprächen mit Eltern vor den Eltviller Kindergärten. Am kommenden Freitag erhält er Unterstützung bei einer Wahlveranstaltung mit dem hessischen Finanzminister Karlheinz Weimar. Gelassen geht er mit einem Flugblatt um, mit dem ein anonymer Schreiber ihn angreift. Der Verfasser, der sich nicht traut, mit seinem Namen zur Kritik zu stehen, hat keine Kosten gescheut und sein Werk einzeln per Post verschickt. Adressaten waren viele Winzer und Gewerbetreibende.
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