Die Bundesstraße 42 zwischen Oestrich und Geisenheim soll angehoben und sicherer gegen Überschwemmungen werden. Zugleich sollen die Zu- und Abfahrten durch Kreisel und "Wannen" kreuzungsfrei werden. Der Bau könnte in drei Jahren beginnen.
Vier Knoten für 80 Millionen
Das Land Hessen plant den Ausbau der Hauptverkehrsader durch den Rheingau. Dabei sollen die tief liegenden Abschnitte, die der Rhein zwischen Walluf und Lorch bei Hochwasser zuerst überschwemmt, angehoben werden. Außerdem sollen sich die Verkehrsströme an den Ein- und Ausfahrten von Geisenheim bis Eltville nicht mehr kreuzen, damit die stark befahrenen Anschlüsse leistungsfähiger und weniger unfallträchtig werden. Nach dem Bau vier großer Knoten für schätzungsweise 80 Millionen Euro mit Über- und Unterführungen will die Straßenbauverwaltung die alten Ein- und Ausfahrten zwischen Eltville und Geisenheim möglichst weitgehend schließen.
Die Anhebung der Bundesstraße im oberen und mittleren Rheingau wird zusammen mit den vier Knoten geplant. Im unteren Rheingau hingegen soll größere Sicherheit gegen Hochwasser mit dem Bau eines Rad- und Gehweges kombiniert werden. Zwischen Rüdesheim und der hessischen Landesgrenze bei Lorch wird der Weg der Planung zufolge auf einem Vorbau über den Fluss ragen, weil der Platz zwischen Bahndamm und Rheinufer zu knapp ist.
Die neuen Anschlüsse im mittleren und oberen Rheingau sind an folgenden Stellen geplant: zwischen Erbach und Hattenheim gegenüber dem Klärwerk, in Mittelheim am Nikolauspfad - zugleich als neue Zufahrt zur Autofähre, neben Schloss Reichartshausen in Verlängerung der Straße von Hallgarten, schließlich in Geisenheim in Verlängerung der Reutershahnunterführung. Die über die Bundesstraße führende "Schnakenbrücke" würde abgerissen.
Der Verwirklichung am nächsten war der neue Knoten in Geisenheim. Doch die Diskussion um eine Rheinbrücke Bingen-Rüdesheim unterbrach das Verfahren. Als einen von drei möglichen Brückenstandorten hat eine Verkehrsuntersuchung prompt diese Stelle ermittelt. Keine Überraschung, denn vor drei Jahrzehnten wurde dort schon ein Planfeststellungsverfahren für eine vierspurige Brücke komplett durchgeführt. Erst wenn die Kreistage von Mainz-Bingen und Rheingau-Taunus den Streit um ihr Mautbrücken-Projekt geklärt haben, kann das alte Verfahren aufgehoben und ein neues für den B 42-Knoten eingeleitet werden, erklärt die Straßenbauverwaltung.
Einfacher scheint es derzeit mit dem 20-Millionen-Projekt zwischen Oestrich und Hattenheim an der EBS. Mit der Genehmigung des Bundes für den neuen Knoten rechnet Arno Brandscheid (FDP), der Verkehrsdezernent des Rheingau-Taunus-Kreises, in diesem oder nächsten Jahr. Die Planfeststellung als Rechtsgrundlage könne im Jahr 2009 vorliegen, der Bau also theoretisch in drei Jahren beginnen.
Die Knotenbauwerke - Kreisel, Wannen und holländische Rampen - werden schon so konstruiert, dass die Bundesstraße angehoben werden kann. Der "hochwasserfreie Ausbau" der B 42 von Oestrich bis Geisenheim könne dann ab dem Jahr 2013 erfolgen, vermutet Brandscheid. Der Planung nach müsse dann nur noch alle zehn Jahre mit einer Überschwemmung gerechnet werden. Dann entstehen vier "Badewannen" von bis zu einem Kilometer Länge.
Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de