Peter Adler übernimmt die kaufmännische Geschäftsführung der Hochschule von Professor Ronald Gleich, der bisher die Hochschule mit dem Rektor und Geschäftsführer Ulrich Hommel sowie weiteren drei Prorektoren leitete. Gleich bleibt weiter Lehrstuhlinhaber und Verantwortlicher für den Bereich Weiterbildung.
Peter Adler (46) vertritt künftig die Hochschule gemeinsam mit dem Rektor in allen kaufmännischen und strategischen Fragen, er leitet die Verwaltung und ist zuständig für den wichtigen Bereich des Fundraising.
Diese Herausforderung hat Peter Adler gerne angenommen. Es sei ebenso faszinierend, mit leistungswilligen jungen Menschen wie mit Persönlichkeiten der Wissenschaft und Wirtschaft zusammenzuarbeiten. "Für mich war das eine Chance, denn nicht sehr oft werden Kanzler aus der Wirtschaft besetzt." Der gebürtige Hannoveraner ist gelernter Bankkaufmann und promovierter Betriebswirt. Drei Jahre unterrichtete er beim Bildungswerk der Niedersächsischen Bankwirtschaft und hat in dieser Zeit unter anderem IT-Anwendung an der Offiziersschule der Bundeswehr gelehrt. "Eine spannende Erfahrung", kommentiert Adler. Ähnliches gilt für seinen viermonatigen USA-Aufenthalt in Long Beach, wo er als Financial Analyst aktiv war. Der Drang zur Einfachheit habe ihm an den Amerikanern gefallen, da gehe es nicht so kompliziert zu wie in Deutschland.
1989 brachte Adler der Zufall zur Nord-LB, die jemanden suchte zum Aufbau des Electronic Banking, damals noch eine revolutionäre Neuheit. Der Betriebswirt wurde Projektleiter für große IT-Projekte im Bereich Investment Banking und nach einem Jahr hatte er eine Führungsposition inne mit einer Budget-Verantwortung über 50 Millionen Euro pro Jahr. Nach zehn Jahren bei der Norddeutschen Landesbank wechselte Peter Adler als Geschäftsführer zu deren Tochterunternehmen Nord/IT, wo er IT-Dienstleistungen für den Konzern und kooperierende Landesbanken verantwortete.
Sprung in die KernstadtWissensmanagement sei nicht weniger kompliziert wie IT-Produktmanagement, meint der neue Kanzler. "Auch die Produkte einer Hochschule sind sehr erklärungsbedürftig und müssen kommuniziert werden." Adler sieht als seine Marketing-Aufgabe drei wichtige Partnerschaften, die er pflegen und intensivieren will: mit Internationalen Universitäten, mit Wirtschaftsunternehmen sowie mit Institutionen und Unternehmen der Region Rhein-Main.
Einen klaren Fokus wolle er auf die Standorte Oestrich-Winkel und Wiesbaden richten. "Hier lässt sich ein Netzwerk zum gegenseitigen Nutzen knüpfen", findet Adler. Dies könne von Sozialprojekten der Studenten in der Region bis zur Kooperation mit der Stadt Wiesbaden zum Aufbau eines Bildungs- und Wissenschaftsstandorts reichen. "Ich möchte die Kultur prägen, das ist unsere Hochschule", hat sich Peter Adler vorgenommen. Die Hochschule sei eingebettet in die Region, das sei ebenso wichtig wie die internationale und wirtschaftliche Einbettung. "Hier ist mehr möglich und nötig." Für Wiesbaden könne die EBS einen "Riesen-Impuls" darstellen. Noch ist die Hochschule nur im Söhnlein-Palais in Schierstein ansässig, doch der Sprung in die Kernstadt ist nach wie vor in Vorbereitung.
Seine persönliche Einbettung lässt derzeit noch etwas zu wünschen übrig. Peter Adler hat für sich eine Wohnung in Hattenheim gefunden, bald soll für den Umzug von Ehefrau, Mutter, 16-jähriger Tochter, deren Pferd und Meerschweinchen eine größere Bleibe gesucht werden. Aber immerhin: Den Rheingau findet der neue Kanzler toll und Wein schätzt er ebenfalls - beste Voraussetzungen also, hier heimisch zu werden.
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