Die Stadtverordneten haben sich mit den Stimmen von CDU und FDP für einen Zweckverband als Organisationsform des Regionalparks Rheingau ausgesprochen. Damit konnte sich die SPD nicht durchsetzen, die die Organisationsform noch offen lassen wollte, aber deutlich zu erkennen gab, dass ihr ein Verein am liebsten wäre.
Das Stadtparlament betrachtet den Masterplan als Grundlage einer gemeinsamen Regionalentwicklung und nennt zur Konkretisierung folgende Empfehlungen, die der CDU-Stadtverordnete Günter Brack vorgeschlagen hatte:
Die Aufnahme eines Marktstrukturprogramms für den Weinbau sollte mit dem Ziel, die Marktstellung des Weinbaus als Träger der Weinkulturlandschaft zu verbessern, Vorrang vor einer Förderung von Obstinitiativen haben. Mit diesen sollten insbesondere die wachsenden unbewirtschafteten Weinbergsflächen neu genutzt werden.
In Verbindung mit den Regionalparkrouten sollte bei Rastplätzen und Aussichtspunkten auf möglichst kostengünstige Lösungen geachtet werden. Ausgaben von 160 000 Euro für eine Umgestaltung am Weinprobierstand Hattenheim oder 115000 Euro am Oestricher Kran seien zu hoch.
In den Routenplan soll auch Rauenthal einbezogen werden, fordern die Stadtverordneten. Sie schlagen einen Wanderweg vor, der von Martinsthal über Rauenthal bis zum Ende des großen Buchwaldgrabens verläuft und wieder auf die Panoramaroute in der Nähe des Gasthauses Rausch zurückführt.
Kloster Eberbach soll der kulturelle Mittelpunkt für den gesamten Weinbau im Rheingau sein. Der im Masterplan vorgeschlagene Bau eines Weinkulturdenkmals und eines Hauses der Rheingauer Weinkultur seien verzichtbar.
Die sieben Kulturlandschaftselemente des Rheingaus sollten in einem Routenführer beschrieben und an den Regionalparkrouten auf Schautafeln erläutert werden. Eine Darstellung in sieben Ausstellungsräumen erübrige sich.
Das Stadtparlament empfiehlt zusätzliche Landschaftspflegeprojekte in Rauenthal und am Rheinufer zwischen Eltville und Hattenheim.
Eltville hat aufgrund seiner Flächen- und Einwohnerquote den höchsten Umlagenanteil zu finanzieren. Er ist auf 88000 Euro veranschlagt (Oestrich-Winkel: 70000 Euro, Kiedrich: 21000 Euro) und bleibt mit einem Sperrvermerk versehen, den der Hauptausschuss freigeben kann.
Ein Verein stehe grundsätzlich allen Interessenten offen, warb Wendy Penk (SPD) für eine Organisationsform nach dem Vorbild des Vereins "Natur- und Lebensraum Rhön". Der Regionalpark sollte nicht in erster Line "Sache der Bürgermeister und Stadtverordneten" sein. Penks Konkurrent um das Bürgermeisteramt, Patrick Kunkel (CDU), bezeichnete den Zweckverband als ideale Organisationsform, die sich deutschlandweit bewährt habe. Rainer Scholl (FDP) sprach sich für den Verband aus, weil die gewählten Vertreter einer Kommune entscheiden müssten, "was mit dem Geld passiert". Dagegen hält Monika Fiala (Grüne) einen Verein für demokratischer und effektiver. Hier bestehe auch nicht die Gefahr einer Ämterhäufung, wie sie bei den Vertretern eines Zweckverbands gegeben sei.
In der Verbandssatzung, so die Forderung aus Eltville, soll die Maximalbelastung der Kommunalhaushalte durch die Verbandsumlage geregelt werden, außerdem ein maximaler Prozentbetrag für Verwaltungs- und Personalausgaben sowie eine Stimmgewichtung, die sich an den prozentualen Einzahlungen der Mitgliedskommunen orientiert.
Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de