Die Stadt Eltville besinnt sich auf Johannes Gutenberg. Nachdem es nach der beachtlichen Ausstellung im Jahr 2000 zum 600. Geburtstag eine Pause gegeben hatte, werden die Aktivitäten nun in einer großen Veranstaltungsreihe, dem Gutenberg-Winter, gebündelt.
Wenn Eltville in diesem Jahr zwischen dem 17. Januar und 5. Februar die Aktion "Gutenberg-Winter" startet, dann berufen sich die Initiatoren auf schriftliche Zeugnisse aus dem Leben Gutenbergs, die in Eltville ausgestellt oder gefunden wurden. Laut einer Urkunde vom 17. Januar 1465 wurde Gutenberg von Kurfürst Adolph II. von Nassau zum Hofmann ernannt. Ein auf dem Eltviller Kirchenspeicher gefundenes Buch des Pfarrers Leonhard Mengoss, überliefert den Tag seines Todes "uff sant blasius tag" am 3. Februar 1468, wie die Eltviller Stadtarchivarin Helga Simon berichtet.
Genau 541 Jahre nach der einzigen Ehrung, die der Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern erfuhr, erwiesen ihm Bürgermeister Bernhard Hoffmann und Gästeführer Olaf Fuchs die Ehre. Fuchs ist inzwischen versiert in der Darstellung Gutenbergs und auch der Bürgermeister machte in seinem prächtigen roten Gewand keine schlechte Figur als Kurfürst.
Hoffmann hob die "neue und einmalige Form der Zusammenarbeit" hervor. Es beteiligen sich unter anderem die Gästeführer, der Burg-Verein, die Eltviller Gewerbetreibenden (IGE), der Verkehrsverein Eltville, die Vinothek, Buchhandlungen, Gastronomen und der AK-Verlag, der Gutenberg als Comic-Titelfigur beisteuerte.
Bei der Auftaktveranstaltung in der Kurfürstlichen Burg präsentierten die Beteiligten phantasievolle Kreationen, die nicht nur die Schwarze Kunst und Geistiges im Sinn hatten. Die Patissiers von Schloss Reinhartshausen haben eine viel beachtete Torte in Form eines aufgeschlagenen Buchs und einer Seite aus der Gutenberg-Bibel geschaffen. Der Inhalt besteht nicht aus Blei, sondern aus Marzipan, Nougat und Passionsfrucht. Die Metzgerei Ress in Hattenheim verkauft einen Gutenberg-Schinken, ein Gutenberg-Brot mit besonderer Kräutermischung bietet die Bäckerei Eckerich feil. Feine Gutenberg-Törtchen nach historischem Rezept und mit einer Spätburgunder-Cr´Zme bietet das Café Frankenbach an. Einen "Johann G."-Riesling hat das Weingut Koegler auf den Markt gebracht. Der Blumenladen in der Gutenbergstraße kreierte einen Gutenbergstrauß mit roten Rosen. Die IGE wirbt in einer Sonderaktion mit einem Einkaufspass für Gutenberg.
Bei seiner Ernennung zum Hofmann hat der berühmte Mann in Eltville eine Leibrente in Form von Wein erhalten. Das Weingut Langwerth von Simmern knüpfte an dieses Deputat an und spendete der Stadt 120 Flaschen Wein, die nun für einen guten Zweck verlost werden. Mit den Einnahmen aus der Verlosung wird wieder eine Verbindung zu Gutenberg hergestellt. Das Geld ist zur Leseförderung bei Kindern gedacht.
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