Einigermaßen befremdet zeigten sich die Eltviller Liberalen auf ihrer jüngsten Mitgliederversammlung von der Art, wie allenthalben mit dem Thema Aussiedlung der hessischen Staatsweingüter zum Steinberg umgegangen werde. Weder bei den Befürworten vom Ministerpräsidenten bis herunter zu weiten Teilen der Eltviller CDU, noch bei den Gegnern aus SPD und Grünen könne man eine Bereitschaft erkennen, über sachliche Details zu diskutieren. Statt dessen werde zu Schlagworten gegriffen wie dem Vorwurf der Rechtswidrigkeit gegenüber allen Zweiflern oder der mehrfach in die Debatte geworfenen Gefahr von Schadensersatzansprüchen gegen die Stadt, wenn die Mandatsträger nicht artig den Vorgaben von oben folgen. Auch von der anderen Seite höre man hauptsächlich die griffige Formel vom brutalstmöglichen Durchregieren.
Derweil gebe es eine ganze Reihe konkreter Mängel im Bauantrag, über die sorgfältiger nachgedacht werden müsse, insbesondere, weil in der Bauvoranfrage dazu nichts Konkretes zu finden war. Angefangen von den Zweifeln an der Privilegierung des Vorhabens über die Stellplatzfrage und die Entwässerung bis hin zum völlig ungeklärten Verbleib der tausende von Kubikmetern Erdaushub und schließlich dem "Lichtfugen"-Problem stünden Dinge an, die entweder einer sinnvollen Lösung zugeführt werden oder zum Verzicht auf die Aussiedlung führen müssten.
Deshalb kommt die Eltviller FDP, anders als die FDP auf Kreisebene, wie berichtet, zu dem Schluss, dass die Stadt Eltville gegen die Baugenehmigung für die Kellerei am Steinberg klagen sollte. Der FDP-Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende im Kreistag Michael Denzin hat dagegen an die Eltviller Stadtverordneten appelliert, die Diskussion um den Bau der Kellerei nun zu beenden und nicht ein weiteres Verfahren durch die Stadt zu initiieren. Durch die bislang geführte Diskussion sei bereits genug Imageschaden für den Rheingau entstanden und auch die Bevölkerung genug belastet worden. Bei der FDP-Versammlung haben die Mitglieder die Kandidaten für Stadtverordnetenversammlung und Ortsbeiräte gewählt und die Grundzüge des Kommunalwahl-Programms verabschiedet. An der Spitze der Liste stehen die bisherigen Stadtverordneten Rainer Scholl und Mignon Ensgraber. Es folgen Holger Pelzer, Martin Bocksch, Kolja Radtke und Torsten Haupt. Auf Platz sieben kandidiert der Vorsitzende und derzeitige Stadtrat Michael Eulberg, danach folgen Horst Haas, Christian Kniese, Jutta Scholl-Seibert, Stefan Ress, Elfriede Haas, Dieter Linz, Dieter Küster und Heinz-Günter Haas.
Die Liste für den Ortsbeirat Eltville wird von Dieter Küster angeführt. Für Erbach kandidiert Kolja Radtke, für Hattenheim Gerard Berg und für Rauenthal Jutta Scholl-Seibert jeweils an der Spitze.
Einen Bürgermeisterkandidaten werden die Eltviller Liberalen nicht ins Rennen schicken. Sie wollen beizeiten die Vorstellungen der Bewerber um das Amt prüfen und die Person unterstützen, deren Profil am besten mit dem FDP-Programm korrespondiert.
Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de