Bericht - FWG peilt zweistelliges Ergebnis an


Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) will ihren Stimmenanteil bei der Kreistagswahl mehr als verdoppeln. Auf der Kandidatenliste hat sie im Unterschied zur Wahl vor vier Jahren auch zahlreiche Bewerber aus dem Rheingau nominiert. Bei einer Delegiertenversammlung in Walluf sagte der Kreisvorsitzende Roland Hoffmann: "Im Kreistag wollen wir sechs Sitze erreichen." Die FWG wolle am 26. März etwa zehn Prozent der Stimmen erhalten. Bei der Wahl 2001 entfielen auf die FWG nur 4,5 Prozent der Stimmen und nur drei Mandate. Die FWG legt die Hürde hoch, zumal der Kreistag in der nächsten Wahlperiode von 71 auf 61 Sitze verkleinert wird. Von 24 FWG-Kandidaten im Jahr 2001 kamen nur drei aus dem Rheingau und die ausschließlich aus Lorch. Alle anderen wohnten im Untertaunus. So stammen die derzeitigen Vertreter der FWG in Kreistag und Kreisausschuss denn auch ausschließlich aus dem Kreisteil Untertaunus. Die neue Liste hingegen weist 55 Kandidaten auf, von denen 22 im Rheingau wohnen. Von diesen kommen allein 14 aus Rüdesheim. Der Vorsitzende Roland Hoffmann aus Idstein ist erneut Spitzenkandidat, auf Platz zwei der Kreistagsliste steht jedoch Michael Barth. Der Vorsitzende der Wählerinitiative Rüdesheim (WIR) ist zugleich stellvertretender Vorsitzender der Kreis-FWG. In Rüdesheim ist Barth Spitzenkandidat für das Stadtparlament. Auch die übrigen Rüdesheimer auf der FWG-Kreistagsliste kandidieren bis auf eine Ausnahme auch für das Stadtparlament. Neben Rüdesheim und dem stellvertretenden FWG-Vorsitzenden Barth hat der Wallufer BVW-Vorsitzende Hajo Becker für Rheingauer auf der Kandidatenliste gesorgt. Der Winzer und Weinkommissionär wurde auf Platz fünf der Kandidatenliste gesetzt. Für das Wahlprogramm der FWG soll der Gegner eines Kellerei-Neubaus der Staatsweingüter am Steinberg die entsprechende Passage formulieren. Der FWG-Vorsitzende Hoffmann wandte sich dabei gegen eine "landespolitische Gängelung" und bezeichnete die Einmischung des Regierungspräsidiums im Streit um eine Baugenehmigung als "unzulässige Einmischung anderer Institutionen in die Planungshoheit der Kommunen." Auf Beckers Vorschlag gelangten der Weinkommissionär Stefan Gerhard, der Gastronom Franz Keller und der Winzer Hans Lang (alle drei aus Hattenheim) auf die Liste, außerdem die Winzer Adam Hulbert aus Kiedrich (er kandidierte in früheren Jahren auf CDU-Listen), der Rauenthaler Arzt Dieter Henschel sowie der Eltviller Winzer Thomas Schumacher. Auf den ersten zehn Plätzen finden sich wie im Jahr 2001 nur Hoffmann und Monika Baumgartl (Aarbergen) wieder. Sie haben wie Inga Rossow, die auf der neuen Liste von Platz zwölf auf vier vorrückt, bereits im derzeitigen Kreistag ein Mandat. Alle anderen sind neu. Die Mitwirkung der Bürgervereinigung Walluf mit Becker und der Rüdesheimer WIR mit Barth beende die geringe Repräsentanz der Freien Wählergemeinschaft im Rheingau, sagte der Kreisvorsitzende Roland Hoffmann. In Geisenheim sei zur Kommunalwahl ebenfalls mit einer Wählerververeinigung zu rechnen. Die Wählervereinigung in Schlangenbad hingegen stehe vor ihrer Auflösung. Ein Programm zur Kreistagswahl hat die FWG noch nicht vorgelegt. Ihr Vorsitzender Roland Hoffmann sieht unter Landrat Burkhard Albers (SPD) eine Tendenz zu einer großen Koalition. Ein Zusammengehen von SPD und CDU sei jedoch für die Demokratie nicht gut, meint Hoffmann.

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