Eine Gruppe namhafter Personen hat sich zum neuen "Rheingau-Tisch" formiert. Sie wollen die Wirtschaftskraft des Rheingaus stärken und sich in der Öffentlichkeit sowie bei den Entscheidern von Wirtschaft und Politik zu Wort melden.
Sprecher des "Rheingau-Tisch" ist Wilhelm Weil. Den Anfang habe er vor einem Jahr zusammen mit Arno Brandscheid gemacht, der damals Landratskandidat der FDP war, und mit Wolfgang Schleicher, dem Domänenrat von Schloss Johannisberg. Weil ist Vorsitzender des Verbandes der Prädikatsweingüter im Rheingau (VDP) erklärt, die inzwischen 17 Tischgenossen seien sich zuvor schon aus zahlreichen Kontakten im Geschäftsleben in der Region bekannt gewesen.
Die Teilnehmer sind unter anderem der stellvertretende Präsident des Rheingauer Weinbauverbandes, Matthias Corvers, der frühere Landrat Klaus Frietsch (SPD), außerdem die Geschäftsführer Alexander Hauck (Rheingau-Taunus Kultur- und Tourismus GmbH), Michael Herrmann (Rheingau Musik Festival), Jens Jacob (Stiftung Kloster Eberbach), Joachim Nolde (Industrie- und Handelskammer), ferner das Vorstandsmitglied der Rheingauer Volksbank Paul Meuer, der Lorcher Unternehmer Stefan Schlaadt, der Inhaber des Kronenschlösschens in Hattenheim, Hans Burkhard Ullrich, und der Präsident der Handwerkskammer Robert Werner.
Der Tisch schildert sich als "Diskussionsforum jenseits bekannter Strukturen". Er treffe sich vierteljährlich im Kronenschlösschen, pflege Teamgeist, intelligente und konstruktive Streitkultur. Der Tisch spiegele die Vielfalt des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens und bilde sich aus der Unterschiedlichkeit seiner Teilnehmer demokratisch eine Mehrheitsmeinung. Mit ihr trete er an die Öffentlichkeit und an die Entscheider in Politik und Verbänden heran. Das offene Diskussionsforum, so sein Sprecher Wilhelm Weil, sei langfristig und mit festen Strukturen angelegt.
"An diesem Tisch will sich niemand profilieren," meint der frühere Landrat Klaus Frietsch, der eine Immobilienfirma leitete. Tisch-Mitglieder betonten, dass sie sich als Netzwerk verstehen. Es verknüpfe die Interessen von Weinbau, Industrie, Handwerk, Dienstleistung, Banken, Consulting, Kultur, Tourismus und Gastronomie.
Ein Manifest, das der Rheingau-Tisch sich gab, "weist das Mittelmäßige zurück" und tritt für eine enge Verflechtung von Politik, Wirtschaft und Kultur ein. Es will die Identität des Rheingaus durch kreatives Mitdenken und konstruktives Handeln stärken und erklärt "das ausblancierte Zusammenspiel von Natur und Kultur, von Offenheit und Tradition sowie von Qualität und Gastlichkeit" zum Wesen des Rheingaus. Durch "internen Egoismus" und die äußeren Umstände sei der Charakter der Region freilich verloren gegangen. Der Rheingau-Tisch wolle ihn wieder beleben.
Mit einer Bestandsaufnahme will der Tisch in den nächsten Tagen eine Antwort auf die Frage "Was ist los mit dem Rheingau?" geben. Wie viele andere Regionen sei der Landstrich von Walluf bis Lorch auf dem Weg einer erneuten Selbstfindung. In einem globalisierten Europa müsse er sich positionieren. Zu einer guten Zukunft gehöre "auch die Wirtschaftskraft", heißt es in dem Manifest.
Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de