30 Veranstaltungen und 4445 Teilnehmer - die Glorreichen Rheingau Tage des Verbands deutscher Prädikatsweingüter (VDP) haben eine Erfolgsgeschichte hinter sich: Die Zahl der Besucher, die erlesene Weine und Speisen probiert haben, ist in diesem Jahr ein weiteres Mal gestiegen. Rund 600 Weinfreunde kamen allein zur Präsentation "Rheingau open" auf Schloss Johannisberg, 350 zum Weingut Allendorf in den "Nassauer Hof" in Wiesbaden, 220 nach Schloss Vollrads zu "Riesling trifft Riesling", 450 zu den Abenden im Weingut Balthasar Ress und 500 zur Riesling-Gala.
"Wir freuen uns, Rheingauer zu sein," meinte Wilhelm Weil, Vorsitzender des VDP Rheingau, am Ende der Gala, "aber wir müssen unsere Heimat weiterentwickeln." Die vor fast 20 Jahren ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe, gedacht als Überbrückung zwischen Weinlese und Weihnachtsgeschäft, ist so eine Möglichkeit. Und vor allem die abschließende Riesling-Gala ist wichtig für die Rheingauer Image-Werbung. Zu den geladenen Gästen zählt in jedem Jahr Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Weinbau. Weit über 300 Karten gehen in den freien Verkauf. Geld ist hier dennoch nicht zu verdienen. Nachdem der VDP in den vergangenen Jahren meist draufzahlen musste, hoffen die Organisatoren in diesem Jahr auf ein ausgeglichenes Ergebnis.
Und ganz am Ende der Riesling-Gala im Laiendormitorium von Kloster Eberbach gab es dann noch einmal viel Beifall, für die Weine und die Winzer, vor allem aber für Köche und Servicekräfte. Unter der Leitung von Egbert Engelhardt und seiner Frau Christa, einst Pächter im legendären "Grauen Haus" in Winkel, zauberten Miguél Sattler (Restaurant Burg Crass Eltville), Josef Laufer jun. (Weinhaus "Zum Krug" Hattenheim), Matthias Böhler (Gutsrestaurant Schloss Vollrads), Willi Mittler (Hotel "Krone" Assmannshausen) sowie Rolf Laudenbach und Kazuya Fukuhira (Consortium Gastronomie "Die Köche") ein Sechs-Gänge-Menü, passend abgestimmt auf die Rieslingweine.
Schwerarbeit hieß das in der Küche: 42 Köche der einzelnen Betriebe sorgten dafür, dass alles perfekt auf die Teller kam, und 64 junge Männer und Frauen vom Service lieferten jeden Teller ebenso perfekt an den langen Tafeln im Laiendormitorium ab. Konkurrenz in der Küche? Keine Spur, meinte Organisator Rolf Laudenbach, "wir kennen uns alle und sind wie eine Familie." Und ebenfalls Schwerarbeit, und die im wahrsten Sinne des Wortes, hatte Andreas Holderrieth, Kellermeister im Weingut Wegeler, zu leisten. Er musste mit seinem Team rund 1800 Flaschen öffnen und vorprobieren, und das Weingut Robert Weil ließ ein Erstes Gewächs von 2003 servieren, das in Zwölf-Liter-Flaschen abgefüllt war. "Vermutlich haben wir alle morgen Muskelkater," meinte Holderrieth
Ein Heimspiel übrigens hatte diesmal auch der Künstler, der den offiziellen Teller zur Gala gestaltet hatte: Michael Apitz, als Comic-Zeichner bekannt geworden, überraschte mit seiner Sicht vom Johannisberg.
Weitere Informationen zu Hattenheim finden Sie unter: http://www.hattenheim.de