Bericht - Freude für des Menschen Herz


"Solche Weine sind eine echte Gottesgabe", sagte Professor Dr. Berthold Steinberg aus Winkel bei der 23. Weinprobe der katholischen Pfarrei St. Peter und Paul in Schierstein. Der Wein-Experte, der früher an der Forschungsanstalt in Geisenheim tätig war, würzte die 16 Kreszenzen umfassende Probe mit Anekdoten, Bibelzitaten und fachlichen Hinweisen. Er erwies sich als perfekter Interpret, der zügig durch die Probe führte. Er hatte aber auch ein dankbares Publikum, das Gespann und aufmerksam seinen Plaudereien lauschte. Dies wusste der Moderator gebührend zu würdige. Man kann nämlich auch Weinproben erleben, wo bereits nach dem fünften oder sechsten Glas kaum noch jemand zuhört. Zum Auftakt genossen die Gäste drei kräftige Rotweise. Zwei stammten aus der Geisenheimer Forschungsanstalt: ein 2000er "Monrepos Cuvee" und ein 2003er "Monrepos Spätburgunder". Es folgten Weißweine, sortiert nach QbA, Kabinett, Spätlese und Auslese. Hierbei überzeugten vor allem zwei Gewächse aus dem Erbacher Weingut Baron Knyphausen Draiser Hof: ein 2003er Baron Knyphausen Riesling trocken und ein 2003er Kiedricher Sandgrub Riesling feinherb. Viel Beifall fanden zudem Erzeugnisse der Schiersteiner Winzer Meilinger und Manfred Schneider, des Frauensteiner Weingutes Walter Klepper und der Weingüter Fritz Allendorf, Winkel, und Anton Doufrain aus Hattenheim. Ganz bewusst belastete Dr. Steinberg sein Plädoyer für den Rheingauer Wein nicht viel Fachsimpelei. Man solle den Wein trinken, der einem munde. Hierbei brauche man nicht alle Analysewerte zu wissen. Unter Hinweis auf die gesundheitsfördernde Wirkung des Weine betonte der Professor, dass zwei Glas Rebensaft mehr Vitamine und Mineralien enthielten als Tabletten und manche Medizin. "Trinke nie zu wenig", riet er deshalb und zitierte die unvergessene Heimatdichterin Hedwig Witte, die bezüglich der heimischen Gewächse vorm "Rheingauer Gold" sprach. "Manchmal könnte auch ein gutes Glas Wein den Politikern helfen", so lautete eine stürmisch beklatschte Empfehlung von Dr. Steinberg. Dank galt den beiden Organisatoren des Abends, den Eheleuten Gudrun und Peter Fliegen. Auch den fleißigen "Hilfstruppen", die zügig die Gläser füllten, zollten die etwa 100 Gäste Beifall. Drei Geistliche waren gern gesehene Besucher in der Weinrunde: Pfarrer Knud W. Schmitt und die beiden Vorgänger Reinhard Rosenbusch und Norbert Weber. Angesichts dieser Ehrengäste hatte Dr. Steinberg, wie er schmunzelnd erwähnte, seine Bibelzitate sorgfältig abgesichert. Ihm gelang es sogar, die knifflige Frage zu lösen: "Wird es im Himmel Wein geben?" Tatsächlich fand er eine Bibelstelle, die eine positive Antwort parat hatte. Dies schien die Weinfreude außerordentlich zu beruhigen, "Der Wein erfreut des Menschen Herz", hieß das Motto der Veranstaltung, Bei diesem Abend bestätigte sich die Erkenntnis des Moderators "Beim Wein erlebt man Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen!"

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